Eine 1,0 ist mehr als eine Note
Unter den Klausuren dieses Semesters steht oft eine glatte Bestnote. Für mich als Dozent erzählt sie von mehr als Wissen, sie erzählt von jungen Menschen, die den öffentlichen Dienst tragen werden.

Eine Zahl. Und doch steckt so viel mehr dahinter. 1,0. Für eine sehr gute Leistung.
Diesen Satz habe ich in den vergangenen Tagen mehrfach unter Klausuren geschrieben. Jedes Mal ist er für mich mehr als eine Bewertung. Er erinnert mich daran, warum ich so gern an der Hochschule lehre.
Wer nur Noten sieht, übersieht oft den Weg dorthin. Hinter einer guten Leistung stehen viele Stunden des Lernens, des Zweifelns, des Nachfragens und manchmal auch des Ringens mit einem schwierigen Thema. Genau diesen Weg miterleben zu dürfen, macht für mich den Reiz der Hochschullehre aus.
Wer heute in den Hörsälen sitzt
In diesem Semester habe ich wieder viele junge Menschen kennengelernt, die mich beeindruckt haben. Sie diskutieren kritisch, stellen kluge Fragen und bringen neue Perspektiven ein. Vor allem aber spürt man, dass sie Verantwortung übernehmen wollen, für ihre spätere Tätigkeit und damit auch für unsere Gesellschaft.
In der öffentlichen Debatte wird häufig über Fachkräftemangel und die Zukunft des öffentlichen Dienstes gesprochen. Dabei geht manchmal unter, wer heute in den Hörsälen sitzt. Meine Erfahrung ist eine andere: Dort begegnen mir engagierte Studierende mit Ideen, Leistungsbereitschaft und echtem Interesse an den Aufgaben der öffentlichen Verwaltung.
Ein Grund für Optimismus
Deshalb schaue ich optimistisch nach vorn. Der öffentliche Dienst hat eine Zukunft, nicht trotz, sondern gerade wegen dieser jungen Menschen. Sie werden unsere Verwaltungen in den kommenden Jahren prägen und weiterentwickeln.
Für mich war dieses Semester deshalb weit mehr als eine Reihe von Vorlesungen und Prüfungen. Es war eine Erinnerung daran, wie viel Potenzial in der nächsten Generation steckt. Und dafür bin ich sehr dankbar.


