Weiterbildung

Aufstiegs-BAföG: Was die Förderung wirklich leistet

Meister, Fachwirt, Techniker: Das Aufstiegs-BAföG fördert berufliche Aufstiegsfortbildungen unabhängig vom Alter und vom Einkommen. Ein nüchterner Überblick.

Menschen sitzen in einem Seminarraum und hören einem Vortragenden zu
Das Aufstiegs-BAföG kombiniert Zuschuss und Darlehen und ist an keine Altersgrenze gebunden. Symbolbild: Quilia / Unsplash

Wenn von BAföG die Rede ist, denken die meisten an Studierende und an die Frage, wie viel die Eltern verdienen. Das Aufstiegs-BAföG funktioniert anders und wird gerade deshalb oft übersehen. Es fördert berufliche Aufstiegsfortbildungen, etwa zum Meister, Fachwirt, Techniker oder Erzieher, und das unabhängig vom Alter und vom eigenen Einkommen.

Wer gefördert wird und was

Anders als beim Schüler- und Studierenden-BAföG spielt es keine Rolle, ob du 25 oder 55 bist. Auch das laufende Gehalt bleibt aussen vor. Entscheidend ist, dass die angestrebte Fortbildung auf einen anerkannten Fortbildungsabschluss oberhalb der ersten Berufsausbildung zielt und einen gewissen Stundenumfang erreicht. Viele klassische Aufstiegsfortbildungen der Kammern fallen darunter, und zwar sowohl in Vollzeit als auch berufsbegleitend, in Präsenz wie im Fernunterricht.

Gefördert werden zwei Blöcke. Zum einen die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren, die den grössten Kostenpunkt ausmachen. Zum anderen, bei einer Fortbildung in Vollzeit, ein Beitrag zum Lebensunterhalt. Auch die Kosten für ein fachpraktisches Prüfungsstück lassen sich anteilig geltend machen.

Zuschuss und Darlehen: die Mischung entscheidet

Das Herzstück ist die Kombination aus einem Zuschuss, den du nicht zurückzahlen musst, und einem zinsgünstigen Darlehen für den Rest. Bei den Gebühren übernimmt der Staat einen erheblichen Teil direkt als Zuschuss, für die verbleibende Summe steht ein Darlehen der KfW bereit, das erst nach der Fortbildung und mit langer Karenzzeit zurückzuzahlen ist.

Besonders interessant ist der Bonus bei Erfolg: Wer die Prüfung besteht, bekommt einen grossen Teil des noch offenen Darlehens auf die Gebühren erlassen. Damit sinkt die tatsächliche Belastung deutlich unter das, was auf dem Papier zunächst steht. Wer sich anschliessend selbstständig macht und Personal einstellt, kann unter bestimmten Voraussetzungen einen weiteren Erlass erhalten. Die genauen Sätze ändern sich mit den Gesetzesnovellen, weshalb sich vor der Anmeldung ein Blick auf die aktuellen Werte lohnt.

Was oft übersehen wird

Drei Punkte gehen im Alltag gern unter. Erstens: Der Antrag sollte früh gestellt werden, idealerweise vor Beginn der Fortbildung, denn rückwirkend läuft nicht alles glatt. Zuständig sind je nach Bundesland die Ämter für Ausbildungsförderung. Zweitens: Aufstiegs-BAföG und andere Förderungen wie ein Bildungsgutschein schliessen sich in der Regel gegenseitig aus, hier lohnt der Vergleich, welcher Weg im Einzelfall günstiger ist. Drittens: Wer eine akademische Weiterbildung wie einen Master plant, fällt meist nicht unter das Aufstiegs-BAföG, sondern muss andere Wege prüfen.

Gerade weil Weiterbildungsfinanzierung so unübersichtlich ist, lohnt es sich, die Optionen nüchtern nebeneinanderzulegen, statt sich vom ersten Anbieterprospekt leiten zu lassen. Unabhängige Grundlagen dazu, wie sich Fernstudium und Weiterbildung ehrlich finanzieren lassen, sammelt Fernstudium Klartext.

Das Aufstiegs-BAföG ist kein Selbstläufer, aber für viele Fachkräfte die günstigste Art, eine Aufstiegsfortbildung zu stemmen. Wer die Fristen einhält und die Mischung aus Zuschuss, Darlehen und Erlass durchrechnet, zahlt am Ende oft nur einen Bruchteil der Listenpreise.

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